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09.06.2026

OpenAI Codex trifft ChatGPT: Das größte Update in der Geschichte von ChatGPT

OpenAI integriert Codex in ChatGPT und macht agentisches Arbeiten für alle zugänglich. Was die neuen Funktionen konkret bedeuten und warum jetzt der richtige Zeitpunkt ist, die eigenen KI-Prozesse zu überdenken.

Das größte ChatGPT-Update: OpenAI Codex wird Teil von ChatGPT

Wie wir KI in unseren Prozessen einsetzen, hat sich in den letzten sechs Monaten fundamental verändert. Weg vom Chat, hin zur Bearbeitung echter Aufgaben mit Skills, Tools und Plugins. Bisher brauchte man dafür Claude Code oder OpenAI Codex, also Werkzeuge, die eher für Entwickler gedacht waren. Mit dem größten Update in der Geschichte von ChatGPT ändert sich das: OpenAI führt alles unter einem Dach zusammen und macht agentisches Arbeiten für jeden zugänglich.

OpenAI Codex wird in ChatGPT integriert

Codex, den KI-gestützten Coding-Agenten von OpenAI, der eigenständig Software schreiben, testen und ausführen kann, haben wir vor einigen Monaten bereits vorgestellt. Die Chancen waren groß, die Adoption in der Breite aber noch ausbaufähig. Kein Wunder: Bisher musste man wissen, welches Tool für welche Aufgabe das richtige ist. ChatGPT für Texte, Codex für Code, verschiedene Plugins für verschiedene Workflows.

Das ändert sich jetzt. OpenAI hat angekündigt, Codex in den kommenden Wochen direkt in ChatGPT zu integrieren und damit eine einheitliche Umgebung zu schaffen, die auf Desktop, Smartphone und im Browser funktioniert und sich direkt in bestehende Tools wie Excel, Slack oder PowerPoint einklinkt.

OpenAI selbst spricht dabei von einer "Agent Company", also einem Unternehmen, dessen Kernprodukt nicht mehr ein Chatbot ist, sondern eine Infrastruktur für selbstständig handelnde KI-Systeme. Für Unternehmen ist das ein guter Zeitpunkt, die eigene KI-Nutzung zu überdenken: Wer heute noch hauptsächlich im Chat-Modus arbeitet, sollte sich fragen, welche Prozesse sich für einen nächsten Schritt eignen.

Drei neue Funktionen, die ChatGPT-Agenten greifbar machen

OpenAI liefert mit diesem Update drei konkrete Neuerungen, die zeigen, wohin die Reise geht.

Rollenspezifische Plugins kombinieren gezielt Skills, also spezialisierte Fähigkeiten eines Agenten, mit direkten Anbindungen an Geschäftssysteme wie Salesforce, Snowflake, Gmail oder Notion. Die Kombination von Skills ist aktuell einer der größten Hebel für bessere KI-Ergebnisse. OpenAI liefert dafür sechs vordefinierte Rollen, etwa für Produktdesign, Datenanalyse oder Vertrieb, als sofort nutzbaren Startpunkt für komplexe Workflows.

Sites ist das vielleicht überraschendste Feature: Jedes in Codex erstellte Tool lässt sich per Prompt als funktionsfähige, teilbare Website veröffentlichen. Ein Dashboard, das intern gebaut wurde, etwa über MCP-Anbindungen wie wir sie in früheren Ausgaben beschrieben haben, wird damit zum teilbaren Link, für Kollegen oder direkt mit Kunden zum gemeinsamen Review. Aktuell verfügbar für Business- und Team-Pläne.

Annotations löst das klassische Last-Mile-Problem der KI-Generierung. Der Output stimmt zu 90 Prozent, aber für die restlichen 10 Prozent musste man bisher alles neu generieren. Jetzt markiert man direkt im Ergebnis, was angepasst werden soll, und gibt gezielt Feedback. Nur der markierte Bereich wird neu berechnet.

Beispielhafte "Site" - gehosted per ChatGPT-Team Site

Dreaming V3: Ein Gedächtnis, das mithält

Neben den drei neuen Funktionen erneuert OpenAI auch die Gedächtnis-Architektur von ChatGPT grundlegend. "Dreaming V3" versteht jetzt zeitliche Verläufe. Nehmen wir zum Beispiel ein Projekt, das im März gestartet ist und im September endet: ChatGPT weiß selbstständig, dass die Kickoff-Phase vorbei ist und aktualisiert den Kontext automatisch. Wer Kundenprojekte, Kampagnen oder wiederkehrende Prozesse hinterlegt hat, bekommt ein Gedächtnis, das im Hintergrund mithält.

Für Teams, die ChatGPT regelmäßig einsetzen, reduziert das einen der größten alltäglichen Reibungspunkte. OpenAI konnte den Rechenaufwand für diese Funktion um den Faktor 5 senken, weshalb Dreaming V3 jetzt auch für Nutzer der kostenlosen Version ausgerollt wird.

Das Update insgesamt zeigt eine klare Richtung: KI wird weniger Werkzeug, das man bedient, und mehr System, das mitläuft. Wer heute noch hauptsächlich im Chat-Modus arbeitet, hat die Kurve noch vor sich.

Beispiel für Dreaming V3
Autor/-in
Luca Regner

Luca Regner ist Geschäftsführer der ahead GmbH in Stuttgart und begleitet Unternehmen in Projekten rund um Künstliche Intelligenz, Automation und Daten. Zuvor war er als selbständiger Berater mit Fokus auf Automation und CRM tätig. Akademisch forschte er zum Einsatz von KI im E-Commerce sowie zur Verhaltensökonomie.

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