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17.02.2026

Google AI Mode Ads: Werbung in KI-Antworten

Google baut Werbung in KI-Antworten ein

Google AI Mode Ads zeigen: Search verändert sich gerade grundlegend. Mit AI Overviews und dem neuen AI Mode verschiebt Google die Suche von der Keyword-Liste hin zu kuratierten, kontextuellen Antworten.

Lange hieß es: KI-generierte Antworten lassen sich kaum monetarisieren, ohne die Nutzererfahrung zu beschädigen. Genau diese Annahme stellt Google nun infrage. In den USA werden neue Anzeigenformate im AI Mode getestet - mit eigener Infrastruktur für Ausspielung, Tracking und Attribution.

Die strategische Richtung ist klar: Werbung wird Teil personalisierter Antwortsysteme. Damit verschiebt sich die Rolle von SEA, SEO und Shopping grundlegend und die Frage wird zentraler denn je, wie Sichtbarkeit in einer antwortgetriebenen Suche künftig entsteht.

Executive Summary:

  • 📣 AI Mode Ads: Google integriert Werbung direkt in KI-Antworten
  • ⚙️ Systemlogik: KI-Antworten werden zum transaktionalen Werbeumfeld
  • 🌐 Search Everywhere: Wer sichtbar bleiben will, braucht ein plattformübergreifendes Search-System

Werbung im AI-Mode: "reinventing what an ad is"

Diesen Februar kündigte Vidhya Srinivasan (VP & GM Ads & Commerce bei Google) einen klaren Kurswechsel an: „We are reinventing what an ad is.“

Im AI Mode sollen Anzeigen nicht mehr nur neben Ergebnissen erscheinen, sondern natürlich in den Gesprächsverlauf eingebettet werden. Inspiration und Transaktion rücken näher zusammen. Google testet neue Formate, die Händler innerhalb KI-generierter Antworten sichtbar machen - klar gekennzeichnet, aber kontextuell integriert.

Bemerkenswert ist dabei weniger das Format als die Infrastruktur dahinter:
Ad-Ausspielung, Auktionen, Tracking und Query-to-Conversion-Attribution laufen bereits im Hintergrund. Der AI Mode ist damit technisch vollständig monetarisierbar - auch wenn neue Anzeigenformate zunächst im US-Markt getestet werden.

Mit „Direct Offers“ geht Google noch weiter: personalisierte Angebote im Moment der Kaufentscheidung - ohne dass Marken ihr generelles Pricing ändern müssen.

Und mit dem angekündigten Universal Commerce Protocol (UCP) wird ein offener Standard geschaffen, der agentenbasierte Kaufprozesse über Plattformen hinweg ermöglichen soll.

Die Botschaft ist klar: Search wird nicht nur intelligenter. Search wird transaktional.

Sichtbarkeit in KI-Antworten wird zur Systemfrage

Bisher war Search in Disziplinen organisiert: SEO für Rankings, SEA für Anzeigen, Shopping für transaktionale Anfragen. Sichtbarkeit entstand primär innerhalb der Google-Trefferliste.

Heute wird überall gesucht - in Suchmaschinen, AI-Engines, Social-Plattformen, Maps, Foren oder Video-Umgebungen. Und überall entstehen Inhalte, Bewertungen, Signale und Produktempfehlungen, die wiederum in KI-Antworten einfließen.

Wenn Google nun KI-Antworten monetarisiert, wird diese Systemlogik noch relevanter: Nicht mehr das einzelne Keyword entscheidet über Präsenz, sondern die Gesamtheit der Signale, die eine Marke im digitalen Raum hinterlässt.

Ein Search-Everywhere-Ansatz bedeutet deshalb, Search nicht als Kanal zu denken, sondern als vernetztes Ökosystem. Ziel ist es, über alle relevanten Such- und Antwortumgebungen hinweg konsistent sichtbar und anschlussfähig zu sein - organisch wie bezahlt.

Search Everywhere Ansatz - Suche ist mehr als Google

Quellen:
https://blog.google/products/ads-commerce/digital-advertising-commerce-2026/
https://blog.google/products/ads-commerce/agentic-commerce-ai-tools-protocol-retailers-platforms/

Autor
Luca Regner

Luca Regner ist Geschäftsführer der ahead GmbH in Stuttgart und begleitet Unternehmen in Projekten rund um Künstliche Intelligenz, Automation und Daten. Zuvor war er als selbständiger Berater mit Fokus auf Automation und CRM tätig. Akademisch forschte er zum Einsatz von KI im E-Commerce sowie zur Verhaltensökonomie.