Zu Beginn von 2025 war KI vor allem eines: eine nette Spielerei. Bilder ließen sich meist erkennen, Videos wirkten künstlich und Antworten aus ChatGPT waren eher Glaskugel als belastbare Entscheidungsgrundlage.
Zwölf Monate später hat sich das Bild deutlich verschoben: Wir sehen fotorealistische Bilder, täuschend echte Videos und KI-Antworten, die die User Experience in Suche, Content und Marketing spürbar verändern. In der letzten Ausgabe dieses Jahres richten wir den Blick nach vorn – und teilen drei Prognosen und Entwicklungen, die 2026 für Marketingverantwortliche entscheidend werden.
🐎 KI-Rennen 2026 – Warum Google die besseren Karten hat
Lange galt OpenAI als Taktgeber der KI-Entwicklung. Doch zuletzt hat OpenAI eher enttäuscht: Neue Modellversionen wie GPT-5.2 oder GPT-Image-1.5 blieben hinter den Erwartungen zurück.
Gleichzeitig hat Google massiv aufgeholt – und teilweise überholt. Mit Nano Banana Pro, Veo 3.1 und Gemini 3 setzt Google neue Standards bei Bild-, Video- und Multimodal-Modellen. Die Ergebnisse sind fotorealistisch, konsistent und vor allem praxisnah für Content, Kampagnen und visuelle Markenführung.
Für 2026 spricht vieles dafür, dass sich die Wahrnehmung dreht: Nicht mehr ChatGPT als Default, sondern Google-Modelle als Referenz für visuelle Qualität und multimodale Anwendungen.
⚖️ KI-Regulierung & Kennzeichnungspflichten 2026
Je besser KI-Inhalte werden, desto größer wird der regulatorische Druck. Bilder und Videos sind mittlerweile so realistisch, dass sie weder für Nutzer:innen noch für Plattformen zuverlässig zu identifizieren sind. Genau deshalb wird Kennzeichnung zum zentralen Thema – nicht aus Prinzip, sondern aus Notwendigkeit.
Ab August 2026 greift mit dem European AI Act eine Kennzeichnungspflicht für KI-generierte Inhalte, insbesondere für Deepfakes und öffentlich relevante Texte. Parallel entstehen bereits konkrete Vorgaben außerhalb Europas: In New York müssen KI-generierte Personen in Werbespots gekennzeichnet werden. Technische Standards wie Google SynthID zeigen, dass auch die Plattformen selbst auf Transparenz setzen.
KI-Content bietet riesige Potenziale für Marken. Und sollte gleichzeitig nicht das Internet analog der "Dead Internet Theory" fluten.
🔎 Neue Customer Journey: Wie KI die Funnel-Logik verändert
Mit den AI Overviews, ChatGPT etc. verschiebt sich die Customer Journey grundlegend. Die klassische Informationsphase findet immer seltener auf Websites statt – sondern direkt in KI-Antworten. Wer dort nicht auftaucht, wird für Nutzer:innen schlicht nicht mehr wahrgenommen. Sichtbarkeit verlagert sich von Klicks zu Erwähnungen, Kontext und Relevanz in Antworten.
2026 werden immer mehr Agents im Web agieren, Informationen vergleichen, Entscheidungen vorbereiten und Prozesse anstoßen. Damit entstehen faktisch zwei Ebenen des Webs: Inhalte für Menschen – und Inhalte, die von Maschinen verstanden, bewertet und genutzt werden. Marketing muss beide bedienen.
Genau hier setzt Generative Engine Optimization an. Es geht dabei um eine notwendige Erweiterung der Gesamtstrategie. Unternehmen, die die neue KI-getriebene Customer Journey verstehen und berücksichtigen, sichern sich Sichtbarkeit dort, wo Entscheidungen künftig vorbereitet werden – bevor überhaupt ein Klick stattfindet.















