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21.01.2026

ChatGPT-Werbung in Deutschland

ChatGPT Ads - die große Chance oder der Anfang vom Ende?

OpenAI öffnet ChatGPT für Werbung – künftig erscheinen Anzeigen direkt im Chatverlauf, eingebettet in KI-generierte Antworten. Für Marken ist das eine neue Chance auf Sichtbarkeit im Nutzungskontext.

Gleichzeitig wirft der Schritt Fragen auf: Ist das der notwendige Durchbruch zur Refinanzierung – oder ein weiterer Dämpfer im Rennen mit Google?

Executive Summary

  • 📢 Werbung: Anzeigen direkt im Chat für Free- und Go-Nutzer:innen
  • 📆 Rollout: Vorerst im US-Markt, Deutschland soll folgen
  • 🎯 Sichtbarkeit im Nutzungskontext – ein neuer Kanal neben GEO
  • 💸 Monetarisierung unter Druck – OpenAI sucht neue Einnahmequellen

Werbung in ChatGPT - Wie, wann und wo?

OpenAI hat offiziell angekündigt, Werbung direkt in ChatGPT auszurollen. Anzeigen sollen künftig innerhalb des Chats erscheinen - klar gekennzeichnet und getrennt von der generierten Antwort (siehe Screenshot).

Der Rollout soll zunächst in den USA starten und sich später auf weitere Märkte ausweiten. Ein konkreter Starttermin für Deutschland steht noch nicht fest. Die Anzeigen werden am Ende der Antworten angezeigt, wenn ein „relevantes gesponsertes Produkt oder eine Dienstleistung“ zum Gespräch passt.

Laut Ankündigung sollen die Anzeigen die Antworten nicht direkt beeinflussen und Nutzer‑Daten nicht an Werbetreibende verkauft werden. Werbung soll zunächst nur bei Nutzer:innen der kostenlosen Version sowie des Go-Tarifs erscheinen – Plus-, Pro- und Enterprise-Pläne bleiben vorerst werbefrei.

Die große Chance für Werbetreibende?

Für Marken & Werbetreibende könnte ChatGPT Ads eine echte Chance sein: Statt um Rankings oder Auktionsplätze zu konkurrieren, tauchen Marken direkt im Nutzungskontext auf - dort, wo Fragen entstehen und Entscheidungen vorbereitet werden.

Gerade in der Anfangsphase dürfte die Nachfrage noch überschaubar, die Preise niedrig und die Aufmerksamkeit hoch sein. Auch bei Google war der Einstieg in Suchanzeigen einst sehr günstig – bis der Wettbewerb explodierte. Für First Mover entsteht nun die Chance, sich Sichtbarkeit zu sichern, bevor das Inventar knapp und der Zugang regulierter wird. Zusätzlich zu GEO entsteht damit eine neue Chance, um Sichtbarkeit in generativen Systemen zu gewinnen.

OpenAI's Strategiewechsel unter Druck

Sam Altman (CEO OpenAI) über Werbung in 2024 (Quelle: Reddit)

Lange galt Werbung in ChatGPT als No-Go. Sam Altman selbst bezeichnete Ads einst als „Last Resort“. Nun ist dieser Punkt erreicht – und wirkt eher wie ein Zeichen wachsender Abhängigkeit als strategischer Weitblick. Während Google mit Gemini, Nano Banana und personalisierten AI-Anzeigen (Stichwort: Direct Offers) systematisch Marktanteile sichert, gerät OpenAI zunehmend unter Zugzwang.

Hinzu kommt der wirtschaftliche Druck: Die Entwicklung leistungsfähiger KI-Modelle ist kostenintensiv – und mit Abo-Modellen allein kaum zu refinanzieren. Zwar spricht OpenAIs CFO Sarah Friar von stark wachsenden Umsätzen, gleichzeitig schreibt das Unternehmen Milliardenverluste. Vor diesem Hintergrund wirken die neuen Werbeformate wie ein notwendiger Schritt - und nicht unbedingt wie ein Signal der Stärke.

Autor
Luca Regner

Luca Regner ist Geschäftsführer der ahead GmbH in Stuttgart und begleitet Unternehmen in Projekten rund um Künstliche Intelligenz, Automation und Daten. Zuvor war er als selbständiger Berater mit Fokus auf Automation und CRM tätig. Akademisch forschte er zum Einsatz von KI im E-Commerce sowie zur Verhaltensökonomie.